Mittwoch, 18. Februar 2015

{HELIOPHILIE 2}

Es ist noch kalt aber meine Iris freut sich über diese Blende. 
Keine gelbe Sommersonne, sondern weißes Leuchten. Grell und stechend. 
Menschen tümmeln sich noch in Winterjacken zwischen den anfänglichen Grüntönen dieses zierlichen Frühlings. Und ich vergesse den Winter und alles, was er mir angetan hat. Ich vergesse es. Jede Sekunde mehr und mehr. Mit jedem Flugzeuggeräusch und Vogelgezwitscher bin ich in Gedanken schon bei unübertrefflicher Sommerrastlosigkeit. Weiß schon, wie ich auf dem Dach unseres Hauses stehen werde, weiß schon, wie sich meine Haut verfärben wird, weiß schon, wie Haare immer weißer werden, weiß schon, wie ich mit Beutel auf der Schulter und Schuhen in der Hand nachts über Asphalt tapsen werde. Ich weiß das alles schon. 
Der Wind ist nicht mehr auskühlend, sondern erfrischend. Die Luft nicht mehr frierend, sondern belendend. Nicht rau, sondern sanft. Der Himmel verstellt sich nicht mehr, er braucht kein Wolkenversteck mehr. Kalte Glut, die sich Tag für Tag wandeln wird zu erbarmungsloser Hitze.

YOU PICK ME UP AND TAKE ME HOME AGAIN.
HEAD OUT THE WINDOW AGAIN.
I LIKE THESE STREETS WHERE THE HOUSES DON'T CHANGE.

Venen füllen sich und ich warte auf diese Wärme, singe jetzt schon mit Lorde. Freue mich endlich wieder. Weil es jede Sekunde besser wird. Und größer. 
Da kommt noch was unübertreffliches auf uns zu. 
Das weiß ich


Kommentare:

  1. hey du, man hat sich lange nicht gelesen :) wollte mal fragen, ob du eigentlich auch auf poetry-slams gehst? du schreibst so gut! liebste grüße ♡

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  2. ja ja und nochmal ja! danke für diese wunderbaren worte - und bitte mehr davon ♥

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  3. dieser Text sagt alles, was ich im Moment durchmache. Danke dir <3

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